Börsenrückblick und Ausblick

Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten für den Zeitraum vom 4. bis 8. Januar 2021

Diese Woche: Neue US-Regierung – Hoffnung auf Wachstumsschub

Nach der Einigung über weitere Fiskalmaßnahmen zur Jahreswende sorgte der überraschend klare Wahlsieg der US-Demokraten bei den Senatsstichwahlen in Georgia für einen weiteren Kursschub an den Aktienmärkten. Mit dem Sieg um die noch unbesetzten Sitze im US-Senat stellen die Demokraten nicht nur den nächsten Präsidenten, sondern verfügen außerdem über eine – wenn auch knappe - Mehrheit im Kongress. Joe Biden verfügt damit über die notwendigen gesetzgeberischen Möglichkeiten, um seine wirtschafts- und sozialpolitische Agenda voranzutreiben. An den Börsen wecken die damit verbunden Ausgabenprogramme Hoffnungen auf einen Wachstumsschub in der US-Wirtschaft. Die Erwartungen hinsichtlich des US-Bruttoinlandsprodukts werden derzeit von den volkswirtschaftlichen Abteilungen bei Banken und Brokern überarbeitet, vieles deutet auf eine Anhebung der Wachstumsschätzungen für das laufende Jahr hin.
An den Staatsanleihemärkten gab es, vor allem in den USA, Verluste. Befürchtungen über eine höhere Staatsverschuldung durch eine demokratische US-Regierung ließen dort die Renditen ansteigen.

Wirtschaftsdaten: Solide Auftragseingänge in Deutschland und in den USA

Die in der Berichtswoche veröffentlichten neusten Wirtschaftsdaten zeigten sich unisono von ihrer guten Seite. Den Wochenauftakt gaben die China-Daten, der Caixin-Einkaufsmanagerindex gab zwar etwas nach, allerdings auf hohem Niveau.
Die Auftragseingänge sowohl in Deutschland als auch den USA waren sehr solide. Vor allem in Deutschland war im November ein Zuwachs in Höhe von 2,3 Prozent (gegenüber dem Vormonat) zu verzeichnen. Die von der Agentur Bloomberg befragten Analysten waren sogar von einem Minus von 0,5 Prozent ausgegangen. Auch florierte der deutsche Einzelhandel im November mit plus 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag deutlich über den Umfragen (minus 2,0 Prozent). Die deutsche Industrieproduktion im November überraschte die Anleger zudem mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent gegenüber dem schon starken Vormonat. In den jüngsten deutschen Außenhandelszahlen zeigte sich zudem, wie wichtig China als der zentrale Handelspartner für die deutsche Wirtschaft ist.
Die EU harmonisierte-Inflation im Euroraum lag im Dezember mit minus 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr wie erwartet im leicht negativen Bereich.
In den USA lag der Auftragseingang mit plus einem Prozent im November ebenfalls über den Erwartungen. Dies zeigt, dass das verarbeitende Gewerbe trotz der Corona bedingten Schließungsmaßnahmen einer – im Vergleich zu den Dienstleistungen – robusten Entwicklung unterliegt. Dies bestätigte zudem der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, der im Dezember deutlich auf 60,7 Punkte stieg (erwartet 56,8). Dies war der größte Sprung seit 2018.
Der US-Arbeitsmarkt lag mit 787.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenunterstützung unverändert. Am Freitagmittag erfolgte dann jedoch ein Dämpfer: Die Anzahl der im Dezember neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft fiel um 140.000. Dies war unerwartet hoch, rechnete der Konsens der Analysten doch mit einem Zuwachs von immerhin 50.000 neuen Jobs.

Diese Woche

  • Neue US-Regierung - Hoffnung auf Wachstumsschub
  • Aktien: Aktienbörsen starten gut ins neue Jahr
  • Renten: Kursverluste, US-Zehnjahresrendite bei über einem Prozent
  • Ausblick: Erstschätzung zum deutschen BIP für 2020

Aktien: Börsen starten gut ins neue Jahr

Alle großen Aktienbörsen im Plus

Die internationalen Aktienbörsen legten einen guten Jahresauftakt hin. Der MSCI-World-Index lag per Freitagvormittag mit 1,6 Prozent im Plus.

Tesla-Aktie mit starkem Zugewinn

Nach historischen Höchstständen zum Jahresende starteten die US-Aktienmärkte mit weiteren Zugewinnen in das neue Jahr. Der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500-Index lagen vor dem Handelsstart am Freitag mit 1,4 bzw. 1,3 Prozent im Plus. Der technologielastige Nasdaq-Index startete mit etwas Verzögerung zu neuen Höhen und erreichte am Donnerstag fast die 13.000er Marke. Im Bereich der Elektroautos machten Berichte über eine Zusammenarbeit von Hyundai und Apple die Runde. In diesem Zuge stieg die Tesla-Aktie deutlich an. Seit Jahresbeginn legte der Aktienkurs von Tesla um 15 Prozent auf 816 US-Dollar zu. Teslas Marktkapitalisierung überstieg dabei zuletzt die des US-Unternehmens Facebook. Zudem kamen gute Meldungen aus der Chipbrache, was sich ebenfalls positiv auf den Technologiesektor auswirkte.

DAX 30-Index überschreitet 14.000er Marke

Im Euroraum stieg der DAX 30-Index (plus 2,6 Prozent) ebenfalls auf neue Höhen und überschritt erstmals die Marke von 14.000 Punkten. Der EUROSTOXX 50-Index und der für Europa marktbreite STOXX Europe 600-Index gewannen 2,6 Prozent beziehungsweise 3,0 Prozent hinzu.  
Im STOXX Europe 600-Index konnten vor allem die Rohstoffbranchen in der Berichtswoche deutlich zulegen. Titel aus den Bereichen Basis-Grundstoffe sowie Öl&Gas waren gefragt und legten auf Sektorenebene um 11,5 beziehungsweise 9,3 Prozent zu. Der Bausektor folgte mit plus 7,2 Prozent. Leicht ins Minus gerieten Automobilwerte (minus 1,3 Prozent) und der Immobiliensektor (minus 1,5 Prozent).

Renten: Kursverluste, US-Zehnjahresrendite bei über einem Prozent

Renditedifferenz USA-Deutschland weitet sich aus

Zum Jahresauftakt ging es mit den Notierungen der US-Staatsanleihen bergab. Denn die demokratische Mehrheit im Senat schürt Erwartungen bezüglich rascher fiskalischer Maßnahmen und hat die zehnjährigen US-Treasury-Renditen damit über die Ein-Prozentmarke gehievt. Die Befürchtungen der Anleger beruhten auf einer Ausweitung der US-Staatsverschuldung. In der Folge überschritt die Zehnjahresrendite für US-Treasuries erstmals seit vergangenem März die Ein-Prozentmarke (1,08 Prozent per Freitagmittag). Der Renditesprung gegenüber dem Jahresschluss betrug somit immerhin 17 Basispunkte. Die US-Zinskurve nahm somit auf Wochensicht einen steileren Verlauf an. 30-jährige Laufzeiten rentierten 20 Basispunkte höher.
Damit einhergehend nahm die Zinsdifferenz (Transatlantikspread) zwischen US-Staatspapieren und deutschen Bundesanleihen zu. Zwar stieg die Rendite zehnjähriger Bundespapiere ebenfalls, mit fünf Basispunkten (auf minus 53 Basispunkte) aber weniger deutlich an. Der Spread zu den USA weitete sich in der Berichtswoche somit auf nunmehr 160 Basispunkte aus. Zum Vergleich: Im Sommer vergangenen Jahres war die Zinsdifferenz zeitweise nur noch 100 Basispunkte zusammengelaufen.

Peripherie stabil bis leicht freundlich

Die Peripherie-Staatsanleihemärkte zeigten sich in der ersten Handelswoche stabil bis leicht freundlich. Die Zehnjahresrenditen verminderten sich um einige wenige Basispunkte. In Portugal rutschte dabei die Verzinsung in den negativen Bereich (minus drei Basispunkte) ab. Die zum Jahresauftakt erwartete umfangreiche Neuemissionstätigkeit wirkte sich bislang nicht belastend auf die jeweiligen Märkte aus. So platzierte etwa Italien in der Berichtswoche eine Anleihe mit 15 Jahren Laufzeit, die gut nachgefragt war. Hohe Neuemissionsvolumen verzeichneten auch Euro-Unternehmensanleihen und festverzinsliche Papiere aus den Schwellenländern. Dies belastete die entsprechenden Märkte jedoch nicht. Unternehmenspapiere tendierten leicht freundlich, die Risikoprämien fielen geringfügig. Anleihen aus den Schwellenländern kamen im Zuge der Verluste bei den US-Schatzanweisungen hingegen etwas unter Druck. Die Risikoaufschläge in diesem Anleihesegment tendierten jedoch leicht rückläufig.

Ausblick auf die kommende Woche

Nach den bereits zahlreichen Wirtschaftsdaten in der ersten Handelswoche folgen vor allem aus den USA weitere wichtige Daten. Am Freitag werden Industrieproduktion sowie Einzelhandelsumsätze im Dezember bekanntgegeben. Bei den Einzelhandelsumsätzen soll sich den Erwartungen zufolge die Lage gegenüber November etwas aufhellen. Darüber hinaus wird das Statistische Bundesamt die erste Schätzung zum deutschen Bruttoinlandsprodukt für 2020 veröffentlichen. Der Konsens liegt für das gesamte Jahr 2020 bei minus 5,1 Prozent.

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